Wilhelm Kern GmbH

Generationen

Lebenslang miteinander und voneinander lernen ist für unsere ganze Familie ein selbstverständliches Prinzip. Wir betrachten es als außergewöhnliche und gar nicht selbstverständliche Chance, mit Großeltern, Eltern und Kindern zusammen ein Unternehmen führen zu können. Davon lebt nicht nur der Familienzusammenhalt. Auch das Unternehmen profitiert, weil die Erfahrung, die Routine und die Experimentierlust unterschiedlicher Generationen zusammentreffen. Eine falsche Harmonie gibt es dennoch nicht. Unterschiedliche Meinungen und die eine oder andere Auseinandersetzung möchten wir nicht unterdrücken.

Sich in den wichtigen Entscheidungen zusammenzuraufen und sich eines eigenen Freiraums sicher zu sein, gehört zu einem gesunden Familienleben und zur Unternehmenskultur. Voran kommt man nur, wenn man nicht nur an einem Strang zieht, sondern auch in die gleiche Richtung. Eine über 100jährige Unternehmensgeschichte beweist, dass wir Kerns ein gutes Team sind.

Familie im Porträt

Ulrich Kern

Dipl.-Ing. für Getränke-Technologie
Er weiß, dass man Wein nicht zwingen kann und dass sein Ausbau der Ruhe und Sorgfalt bedarf. Für Ulrich Kern sind grundsolides Handwerk in Kombination mit zeitgemäßer Technik durch nichts zu ersetzen.

Ina Kern

Dipl.-Ing. für Weinbau und Oenologie
Qualitätsbewusstsein ist Einstellungssache. Sie ist für die Kommunikation mit den Winzern verantwortlich und koordiniert die Zusammenarbeit zwischen Weinberg und Keller. Damit packt sie das Thema Qualität bei den Wurzeln. Mit viel Freude widmet sie sich auch der Weinkultur. Bei den regelmäßigen Weinsalons, kulinarischen Weinmenüs oder Weinproben zeigt sich Ihre Leidenschaft für guten Wein, gutes Essen und Kunst.

Christoph Kern

B.Sc. Getränketechnologie
M.Sc. Wirtschaftsingenieurwesen
Nach zahlreichen Praktika bei renommierten Betrieben im In- und Ausland und den Abschlüssen als Oenologe und Wirtschaftsingenieur, kümmert er sich nun hauptsächlich um den Ausbau und den Vertrieb der Weine. Als prämierter Jungwinzer des Jahres 2018 formuliert er selbstbewusst seinen Anspruch als Weinmacher authentische und hochwertige Weine zu erzeugen.

Friedrich Kern

Dipl.-Ing. für Getränke-Technologie
Er verantwortet den kaufmännischen Teil des Unternehmens. Der direkte Kontakt zu Kunden steht bei ihm ganz oben auf der Rangliste. In der Kombination aus Perfektionismus und geduldiger Besonnenheit sieht Friedrich Kern das Idealbild des schwäbischen Unternehmers.

Brigitte Kern

Dipl.-Ing. für Weinbau und Oenologie
Kundenbetreuung kommt bei ihr von Herzen und ist für sie kein Begriff aus dem Marketing-Lexikon. Gäste im Unternehmen zu begrüßen ist für Brigitte Kern ein persönliches Anliegen und eine tolle Chance eine Kundenbeziehung nicht auf eine Nummer im Verwaltungsprogramm zu reduzieren.

Martin kern

B.Sc. Internationale Weinwirtschaft
Wein soll Spaß machen. Unter diesem Credo begegnet er offen und hilfsbereit jedem Kunden gleichermaßen. Gerade fertig mit dem Studium der Internationalen Weinwirtschaft bringt er frisches Wissen in das familiengeführte Unternehmen.

 

Geschichte

1903

Firmengründung am 1. Mai: Geschäftseröffnung der Küferei, Kelterei und Weinhandlung Wilhelm Kern in der Cottastraße 4 und 6 in Stuttgart Süd. Im Bild: Friedrich Wilhelm Kern, geb. 1. Mai 1871, Küfermeister, aus Unterweissach stammender Bauernsohn, Firmengründer und der Stammbaum der Familie Kern der bis in das Jahr 1515 zurück reicht.

1904-1918

Nur ein Jahr nach der Gründung wird Wilhelm Kern jun. aus der Ehe mit Julie Kern geboren. Die junge Familie muss tragischerweise schon 1907 um die junge Mutter und Ehefrau trauern. Wilhelm Kern jun. wächst bei seiner Tante in Biberach auf. Zu Beginn des ersten Weltkrieges wird Wilhelm Kern zum Kriegsdienst eingezogen. Er kehrt erst nach dem Ende 1918 zurück und heiratet kurz darauf seine 2. Frau Therese. Im Bild: Firmengründer Wilhelm Kern mit seinen Küfergesellen im Jahr 1910. Hoch zu Ross – WilhelmKern jun.

1925-1927

Im Jahr 1925 stirbt der Firmengründer Wilhelm Kern im Alter von nur 55 Jahren. Die Geschäfte führt nun seine Witwe Therese gemeinsam mit ihrem 21-jährigen Stiefsohn Wilhelm Kern jun. Im Bild: Weintransport im Herbst 1927 mit Mercedes-Benz Schnelllastwagen. Die Aufnahme entstand vor dem Restaurant Pflugfelder in der Hackstraße v.l.n.r.: Wilhelm Kern jun., Eugen Kübler (Küfer), die Wirtsleute Pflugfelder.

1930-1931

1930 reicht der Platz im Stammhaus in der Cottastraße nicht mehr aus. Der Erwerb des Anwesens Kasernenstraße 48a (heute Leuschnerstraße) mit 20.000 Liter Holzfasslager erweitert die Kapazitäten. Nach bestandener Meisterprüfung heiratet Wilhelm Kern jun. im selben Jahr Emilie Kern. 1931 wird der gemeinsame Sohn Hanspeter Wilhelm geboren. Wilhelm und Emilie Kern arbeiten gemeinsam in der Firma von Therese Kern. Im Bild: Kasernenstraße vor der Zerstörung in 1944 und Hanspeter im Kinderwagen

1938-1942

Wilhelm Kern erwirbt die Firma Kern und pachtet die Geschäftsräume in der Cottastraße 4 und 6 von Therese Kern. Der Ausbruch des Krieges fordert seinen Tribut: Kaum hat der 34-jährige Wilhelm Kern jun. die Firma von seiner Stiefmutter erworben, wird er samt Lastwagen zum Militärdienst an die Westfront eingezogen. Im Anschluss wird er an die Ostfront verlegt und kämpft im Russlandfeldzug. Die Geschäftsführung fordert nun umso mehr den uneingeschränkten Einsatz von Emilie Kern. Im Bild: Der requirierte Lastwagen der Firma Wilhelm Kern.

1942-1943

Luftkrieg und Lebensmittelknappheit in Stuttgart – der Geschäftsbetrieb kommt fast zum Erliegen. 1943 kehrt Wilhelm Kern jun. aus Russland zurück. Im Bild: Fronturlaub 1943: Emilie, Hanspeter und Wilhelm Kern jun.

1944-1948

Nach der vollständigen Zerstörung der Geschäftsräume in der Cottastraße und Kasernenstraße durch die alliierten Luftangriffe auf Stuttgart werden in den Nachkriegsjahren beide Anwesen wiederaufgebaut. Der Geschäftsbetrieb läuft langsam wieder an. Im Bild: Trümmerhaufen auf dem Monte Scherbelino

1948-1953

Währungsreform und Rückkehr ins Geschäftsleben. Nach Ablegen der Meisterprüfung tritt Hanspeter Kern in die Firma ein. In der Cottastraße 4 und 6 wird Most gekeltert – in der Leuschnerstraße wird Wein und Most gelagert und abgefüllt. Im Erdgeschoss des Gebäudes in der Cottastraße wird 1953 ein Verkaufs- und Schankraum eingerichtet – das legendäre Cottastüble. Im Bild oben: Cousine Inge Fink verkauft Most und Wein in der Leuschnerstraße 48a. Im Bild unten: Emilie Kern und Frau Link in der Weinstube und im Weinverkauf in der Cottastraße 4. Im Bild rechts: Anzeige „Wein ist Vertrauenssache!“

1954

Letzte Vorbereitungen für die Teilnahme am Umzug zum Cannstatter Volksfest 1954. Im Bild: Hanspeter Kern mit einem Kollegen aus der Küferinnung Stuttgart.

1956

Die Firma wächst und verfügt nun über einen LKW, einen Lieferwagen und sechs feste Mitarbeiter. Therese Kern stirbt. Im Bild: Das Küferteam im Jahr 1956. v.l.n.r. Hanspeter Kern, Wolfgang Widmann, Karl Kraus, Karl-Heinz Stierle, Helmut Schappacher

1958-1960

Hanspeter Kern heiratet seine Frau Helga. Wilhelm und Hanspeter Kern erwerben ein ca. 12 Ar großes Grundstück im neu erschlossenen Gewerbegebiet in Fellbach-Schmiden. Die Verlegung des Firmensitzes steht bevor. 1960 kann bereits die Einlagerung des ersten Weinjahrgangs im neuen Keller stattfinden und der Geschäftsbetrieb in Schmiden aufgenommen werden. Im Bild: Rohbau des Verwaltungs-, Wohn und Keltergebäudes im Jahr 1960

1961-1964

Ulrich Wilhelm Kern erblickt im Februar 1961 in Stuttgart das Licht der Welt. Nur 1 Jahr nach dem 60-jährigen Bestehen der Küferei Kern kommt Ulrichs Bruder Carl Friederich auf die Welt. Im Bild: Das zum 60-jährigen Jubiläum geschmückte Schaufenster in der Cottastr. Die jungen Brüder Ulrich und Friedrich genießen die Sonne.

1965

Im Jahr 1965 ergänzen neue Aluminiumtanks die vorhandenen Betontanks und Eichenholzfässer: Die Lagerkapazität wächst. Im Bild: Das Wohn- und Kellereigebäude und der neue Verkaufsraum mit Probierecke in Schmiden im Jahr 1965

1966

Nur zwei Jahre nach der Geburt des zweiten Enkels versterben Wilhelm und Emilie Kern im selben Jahr. Das Geschick von Hanspeter und Helga Kern bestimmt die Zukunft der Firma. Im Herbst 1966 werden erstmals keine Äpfel mehr gepresst. Die Firma wendet sich gänzlich dem Wein zu und verlagert ihren Schwerpunkt auf den Einkauf, Ausbau und Verkauf von Wein, sowie dem Handel mit dem „Neuen Süßen“ aus der Pfalz und zunehmend auch aus Italien. Im Bild: Wilhelm Kern jun. und seine Ehefrau Emilie

1970-1971

Im Jahr 1971 ist es den Eheleuten Kern möglich einen Teil des Nachbargrundstücks zu erwerben. Knapp 12 Ar lassen eine Erweiterung des bestehenden Kellereibetriebes in greifbare Nähe rücken. Im Bild: Halbautomatische Flaschenreinigung und Flaschenabfüllung in Schmiden 1970.

1975-1976

Im Jahr 1975 wird der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen, der dann im darauffolgenden Jahr bezogen werden kann. Es stehen größere Lagerflächen im Keller und im Tanklager zur Verfügung. Größere Büroräume und mehr Hoffläche erleichtern die Arbeit. Im Bild: Erster und zweiter Bauabschnitt aus der Luft 1976.

1979

Gründung einer Erzeugergemeinschaft freier Winzer und Beitritt im Verband der agrargewerblichen Wirtschaft. Ziel: Durch Vertragsbindung der Weingärtner, Einkauf und Qualität zu sichern. Im Bild: Moderne Edelstahltanks erweitern die Lagerkapazität des wachsenden Unternehmens.

1982-1984

Für den Jahrgang 1982 wird der Tankraum im Keller zu klein. Erstmals werden Tanks im Freien untergebracht. Um den Qualitätsgedanken konsequent umzusetzen wird eine Traubenannahme errichtet, so kann die Produktion von der Traube bis zum Flaschenwein im eigenen Betrieb erfolgen. Im Bild: Ulrich Kern bei der ersten eigenen Weinpresse und im Hof beim Aufstellen der neuen Lagertanks.

1986

Heirat von Ulrich und Ina Kern. Die beiden übernehmen nach Abschluss ihres Studiums an der FH Geisenheim als diplomierte Önologen die Leitung des technischen Betriebes. Im Bild: Der Kellermeister und sein Werk: Ulrich Kern bei der Weinprobe. (und Presse)

1987

Geburt des Sohnes von Ina und Ulrich: Christoph Wilhelm ist der erste der mittlerweile 5. Generation an Kerns. Im Bild: Christoph zwischen den Holzfässern

1989

Friedrich Kern beendet sein Geisenheim-Studium und übernimmt die Aufgaben Einkauf und Distribution. Im Bild: Friedrich bei der Likörherstellung

1990

Mit Friedrichs Freundin und Kommilitonin Brigitte steigt eine weitere Ingenieurin in die Verwaltung des Unternehmens ein. Im Jahr 1990 bekommt Christoph einen Bruder: Alexander Günter ist der zweite Sohn von Ina und Ulrich. Im Bild: Alexander bei den ersten Gehversuchen

1992-1994

Friedrich und Brigitte heiraten. Ihr erster Sohn Martin Wilhelm wird 1994 geboren. Im Bild: Martin zwischen den Lagerfässern

1995-1997

Geschäftsübergabe: Die Weinkellerei Wilhelm Kern oHG wird zur Familienweinkellerei Wilhelm Kern GmbH mit den Geschäftsführern Ulrich Wilhelm Kern und Karl Friedrich Kern. Ausbau der Erzeugergemeinschaft: Neue Mitglieder kommen vorwiegend aus dem Remstal. In einem 3. Bauabschnitt müssen Traubenannahme und Tanklager erweitert werden, was zum Erwerb weiteren Baugrundes führt. Im Bild: Umzug zum Fellbacher Herbst im Borgward des Schmidener Oldtimer Clubs

1997

Geburt von Andreas Josef; dem zweiten Sohn von Friedrich und Brigitte. Erwerb einer Teilfläche des benachbarten Gärtnereigeländes und Beginn des dritten Bauabschnittes mit Keller, Lagerhalle und Betriebswohnung. Im Bild: Beginn der Aushubarbeiten für den dritten Bauabschnitt und Andreas im Weinkarton.

1998-2003

Seit den Stuttgarter Anfängen hat sich der Familienbetrieb entwickelt: Die über 120 Mitglieder der Erzeugergemeinschaft bauen auf einer Fläche von 65 Hektar die Trauben für eine Vielfalt von Rot- und Weissweinen aus ganz Württemberg an. 2003 feiert die Familie Kern das 100-jährige Bestehen des Unternehmens. Im Bild: Die Familie vor dem festlich geschmückten Oldtimer

2011

Nachdem kein weiterer Baugrund mehr verfügbar ist, muss die Familienweinkellerei ihren Firmensitz wieder verlegen. Nach mehrjähriger Planung wird 2011 der Spatenstich auf dem Grundstück in Kernen-Rommelshausen durchgeführt. Im Bild: Spatenstich mit Bürgermeister Altenberger und den Architekten.

2012-2013

Mit einer 2-tägigen Eröffnungsfeier wird der Neubau der Öffentlichkeit vorgestellt. Viele Gäste zeigen sich begeistert von der modernen Kellerei. Die Architektur wird 2013 vom Deutschen Weininstitut als „Höhepunkt der Weinkultur“ ausgezeichnet. Im Bild: Eröffnung im neuen Gutshof bei bestem Wetter

2017-2018

Nach Abschluss des Bachelorstudiums der Getränketechnologie und einem Masterabschluss in Wirtschaft steigt Christoph in das Unternehmen ein. Er kümmert sich um die Erzeugung der Premiumweine und übernimmt mehr und mehr vertriebliche Aufgaben. 2018 wird er von der DLG als 3. Jungwinzer des Jahres Deutschlands und vom Weinbauverband Württemberg als Jungwinzer des Jahres ausgezeichnet. Im Bild: Christoph Kern mit Weinbaupräsident Hermann Hohl, Weinkönigin Carolin Klöckner und den weiteren Preisträgern von der KSK Vintage Winery.

2019

Durch das Aufnehmen der Winzer der Weingärtnergenossenschaft Stetten in die Erzeugergemeinschaft zum Jahr 2021 wird der Fokus auf die Bereiche Remstal und Stuttgart verstärkt. Außerdem werden ab 2019 die Weine nach den Richtlinien des Nachhaltigkeitssystems FAIR’N GREEN erzeugt. Martin schließt sein Studium der internationalen Weinwirtschaft in Geisenheim ab und steigt in das Unternehmen ein. Im Bild: Die Kellerei aus der Luft. Auf einem Großteil des Hallendachs ist Photovoltaik zur Stromerzeugung angebracht.